Umweltdaten als Entscheidungstreiber der Smart City

16. Dezember 2019

Das Smart City Start-up Hawa Dawa möchte mit flächendeckenden Luftqualitätsdaten in Städten Maßnahmen für bessere Luft- und mehr Lebensqualität umsetzen. Head of Sales Janina Stork gab auf der EXPO REAL anhand ihrer Erfahrungen einen Einblick in die Komplexität des bevorstehenden Wandels von der traditionellen Stadt zur Smart City.

Da der Markt stark fragmentiert ist und übergreifende Strategien noch fehlen, vollzieht sich der Wandel bislang nur langsam. Um den Prozess zu beschleunigen und ein digitales Mindset zu schaffen, schlägt Janina Stork eine 3-Schritte-Strategie für die Entwicklung zur Smart City vor.

Smart Cities können Luftqualitätsdaten als Entscheidungstreiber für Verbesserungen nutzen.
Smart Cities können Luftqualitätsdaten als Entscheidungstreiber für Verbesserungen nutzen. © shutterstock / MyCreative

3-Schritte-Strategie für den Wandel zur Smart City

  1. Purpose definieren: Zuerst müssen die Zwecke definiert werden, denen der Wandel dient. Welche Probleme möchte die Stadt damit lösen? Aus den Ergebnissen lässt sich eine stimmige Strategie ableiten. Dabei darf nicht aus den Augen verloren werden, dass es beim Wandel zu einer Smart City nicht um Quick Fixes geht, sondern darum, Probleme durch Technologie nachhaltig und strategisch zu lösen.
  2. Verantwortung übernehmen: Eine zentrale Stelle (CDO, CIO oder Smart-City-Verantwortlicher) koordiniert die umfassende Smart-City-Strategie und ihre verschiedenen Technologien, um sicherzustellen, dass die Zahnräder ineinander greifen, relevante Technologien getestet und langfristig in die Stadtprozesse eingefügt werden. Essenziell dafür ist eine offene und konstruktive Zusammenarbeit von der Planung bis hin zur Implementierung. Nur unter diesen Voraussetzungen sind Pilotprojekte relevant und das Investment wert.
  3. Co-creation: Die Strategie und ihr Purpose müssen allen Beteiligten klar kommuniziert und von ihnen mitgetragen werden. Nur wenn städtische Einrichtungen, Verwaltungen, Ämter und ihre Mitarbeiter die Ziele des Wandels kennen und zusammenarbeiten, um sie zu erreichen, können die notwendigen Ressourcen aufgebracht und Synergien genutzt werden.

Voraussetzung hierfür ist ein ganzheitlicher Ansatz – weg von isolierten Aufgabengebieten der einzelnen Ämter und Ministerien, hin zur gemeinsamen Herangehensweise. Ein Beispiel dafür ist die holistische, produktgerichtete Arbeitsweise von Software-Unternehmen, in der alle Aktivitäten auf die Zielsetzung ausgerichtet sind. Sie kann als Basis auf die einzelnen Schritte zur Smart City übertragen werden.

Nur mit der richtigen Strategie gelingt der Wandel zur Smart City

Ganzheitlichkeit liegt der Idee der Smart City zugrunde. Städte bedecken nur 2% der Erdoberfläche, doch sind für 95% aller Emissionen verantwortlich – mit Konsequenzen für den ganzen Planeten. Deshalb ist die richtige Herangehensweise entscheidend für einen nachhaltigen Wandel. Wenn er gelingt, sichert er den Stadtbewohnern höhere Produktivität, verbesserte Gesundheit und Lebensqualität.

Hawa Dawa zeigt, wie Städte durch smarte Lösungen analysiert und positiv verändert werden können. Umweltdaten, in diesem Fall vor allem Daten zur Luftqualität, dienen dafür als Entscheidungstreiber. Sie ermöglichen ein völlig neues Verständnis der Stadt anhand ihrer Luftqualität – und damit neue Herangehensweisen.

Lisa Kohl

Business Development Manager / Corporate Strategy, Messe München