Mixed-Use-Immobilien und Hotel-Hybride: Die Zukunft der Hotelbranche wird bunt

30. September 2019

Auf der Hotelkonferenz „Hospitality Industry Dialogue“ (HID) diskutiert die Hotellerie dieses Jahr Vielfalt – bunte Vielfalt. Denn so vielschichtig und farbig wie jetzt war die Hotelwelt noch nie.

Mixed-Use-Immobilien und Hotel-Hybride

1,4 Milliarden Menschen waren im letzten Jahr auf Reisen. Ihre Ansprüche bestimmen den Wandel in dieser Branche. Und der HID, der am Montag, den 7. Oktober im „Planning and Partnerships Forum“ der Halle A2 stattfindet, reflektiert ihn.

Die Hotel-Konferenz startet um 12 Uhr mit „Hospitality-Hybriden in der Mikro-City“. Viele von 17 bis 70 möchten in legerer Lifestyle-Umgebung leben, arbeiten und entspannen. Welche Synergien lassen sich aus den neuen Mixed-Use-Ensembles aus Hostels, Serviced Apartments, Boutique-, Lifestyle-Hotel, Studenten-Wohnungen, Büros, Co-Working und F&B-Outlets überhaupt generieren? Können so neue nachhaltige Mikro-Cities mit eigener Community entstehen?

EXPO REAL Diskussion im Planning & Partnerships Forum
Diskussion im Planning & Partnerships Forum der EXPO REAL 2018. © Copyright 2018, Messe München GmbH, all rights reserved

Tech-Unternehmen beeinflussen die Branche, Resorts überholen Cityhotels

Klassische Hotelketten haben es durch solche Trends immer schwerer – und es drängen noch ganz andere, unerwartete Player in die Branche: vor allem knallhart fokussierte Technologie-Unternehmen. Sie sind bereits dabei, die Gewichte in der globalen Hospitality-Welt zu verschieben. Die europäischen Führungskräfte von IHG/InterContinental Hotel Group, Accor und der CEO von Steigenberger Hotels diskutieren den Wettbewerb und mehr.

Das Gros der Branche verdient an Geschäftsreisenden. Doch immer mehr Investoren finden Geschmack an Ferienhotels (Resorts). Deshalb verabschieden sich Gruppen wie Falkensteiner Hotels sogar offiziell vom Cityhotel-Geschäft. Oder Branchenfremde wie der Einzelhändler Hirmer aus München kaufen sich eine Resorthotel-Gruppe.

Wer jetzt noch mehr Privatsphäre bietet, kann sogar Airbnb in die Schranken weisen: Der standardisierte Betten-Gigant Marriott wird deshalb von seinem Konzept „Villas & Homes“ berichten.

Welche Möglichkeiten bieten Digitalisierung und neue Technologien?

Doch was nützt der Hotelboom, wenn es am Schluss keine Mitarbeiter mehr gibt, um die Gäste zu bedienen? Kann man stattdessen humanoide Roboter engagieren? Oder muss der Betrieb aufgrund von Personalmangel schließen? Die Pipelines explodieren, aber auch Investoren ignorieren das Mitarbeiter-Dilemma, Betreiber stecken in der Klemme. Einer der Redner hierzu wird Otto Lindner sein, CEO der Lindner Hotels & Vorsitzender des Hotelverbands Deutschland (IHA).

Die Spielräume der Betreiber werden in jedem Fall enger. Auch, weil die Eigentümer an Macht gewinnen. Bedeutet das den Abschied von Asset Light? Hierüber diskutieren potente Unternehmen wie u. a. AccorInvest, Hyatt, Premier Inn und Covivio.

Und am Dienstag, den 8. Oktober, diskutieren Hotel-Experten um 11 Uhr im Real Estate Innovation Forum der neuen Innovationshalle NOVA3 das Thema Digitalisierung. Mehr Profit verspricht Eigentümern wie Betreibern das Motto „Real Estate as a service“. Digital vernetzte Hotel-Immobilien ermöglichen neue Formen der Monetarisierung. Dafür müssen Investoren/Eigentümer, Projektentwickler und Betreiber es jedoch schaffen, bisherige Prozesse aufzubrechen. Ob das funktioniert?

Maria Pütz-Willems

Gründerin und Chefredakteurin von HospitalityInside