Micro-Living – eine zukunftsweisende Assetklasse?

18. November 2019

Beim Expo-Real-Panel „Micro-Living: Kleiner Raum, großer Trend“ am 8. Oktober 2019 stand zur Diskussion, inwieweit und mit welchen Konzepten das Micro-Living sich zu einer nachhaltigen Assetklasse entwickelt. Unter Moderation von Ulrike Trampe, Chefredakteurin von DW Die Wohnungswirtschaft, diskutierten Alexander Kersting, CB Micro Living GmbH, Gunther Schmidt von der QUARTERS Group und Felix Embacher, bulwiengesa AG. Die Finanzierungsseite vertrat Thomas Jebsen, Vorstand der DKB Deutsche Kreditbank AG.

Differenzierte Angebote innerhalb der Assetklasse

Vom Standort über die Zielgruppenansprache bis zum Serviceangebot hat sich im Micro-Living-Segment eine große Vielfalt herausgebildet. Projektentwickler wie die Quartiers Group setzen dabei international auf die Top7-MegaCities, auf Co-Living und betreute Wohn-Communities. Andere, wie CB Micro Living, fokussieren sich zunehmend auf attraktive B-Standorte und blättern hier ein breites Angebot auf, vom Studentenwohnen bis hin zu Micro-Apartments mit Pflege-Konzepten. Felix Embacher, bulwiengesa AG, sieht für das Micro-Living als Asset eine positive Entwicklung voraus, solange weiter Nischenmärkte besetzt und bedarfsgerecht ausgebaut werden.

© shutterstock / Robert Kneschke

Erfolgsfaktoren

Als Voraussetzung für den Erfolg werden einhellig – neben der Standortwahl – das Zielgruppenkonzept und ein sehr guter Servicebetrieb gesehen. Dazu zählen Internetzugang, Reinigungs- und Wäscheservice sowie eine unkomplizierte Kommunikation mit den Bewohnern. Zunehmend wichtig sind dabei digitale Angebote. Als Beispiel erwähnt die Quartiers Group eine eigene App, über die Ansprechpartner rund um die Uhr per Chat erreichbar sind. Aus Sicht der finanzierenden Bank betont Thomas Jebsen vor allem die Notwendigkeit einer sorgsamen Wettbewerbsanalyse.

Noch in der Entwicklungsphase – aber dauerhaft erfolgsversprechend

Aus den unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmer ergibt sich beim Micro-Living das insgesamt positive Bild einer dauerhaft erfolgsversprechenden Assetklasse, wenngleich sich das Segment noch in der Entwicklungs- und Konsolidierungsphase befindet. So weist bulwiengesa in einer Studie zum deutschen Markt hohe Projektzahlen mit steigender Tendenz aus: ca. 42.000 Student- bzw. Micro-Living-Projekte befanden sich 2018 in Bau und Planung, hinzu kamen rund 17.000 Serviced Apartments in der Pipeline. Kritisiert wird allerdings, dass es hinsichtlich der Immobilienbewertung für Investoren noch zu wenig transparente Daten gebe und die Produkte damit nicht klar genug definiert seien.

Irmelin Ehrig

Fachblog PRIMFO.de für Bau, Immobilien & Finanzierung / CEO Ehrig & Partner